Intimitäten
Heute wird es intim – und auch ein wenig peinlich. Es geht um Kosenamen. Der beliebteste deutsche Kosename ist „Schatz“, noch vor „Maus“ und „Engel“ (Männer zu Frauen) oder „Hase“ und „Bärchen“ (Frauen zu Männern). Kosenamen sind oft als Liebeserklärung gemeint und enden als Peinlichkeit – vor allem, wenn sie in der Öffentlichkeit zum Einsatz kommen: „Schuffelbär“ freut sich sicher nicht, vor seinen Kumpels so um Feuer gebeten zu werden und das „Analäffchen“ möchte sicher kein weiteres Glas Wein, sondern allenfalls im Boden versinken. So ist das mit den Namen: Manche sind nicht nur Bezeichnung, sondern zugleich Beschreibung. Sie verraten nicht nur viel über den Namensträger, sondern oft auch über den Namensgeber. Wer seine Liebste als „Arschtörtchen“ anhimmelt oder den Liebsten als „Stinkepups“ tituliert, dokumentiert damit zugleich persönliche Neigungen, Fixierungen oder Verbalautismus. Dabei erfüllen „Pupsi“, „Knuddel“ und „Baby“ eine wichtige Aufgabe in der Partnerschaft: Sie stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl. Sie sind ein Zeichen zärtlicher Vertrautheit (Liebkosung), ein Geheimcode in Sachen Liebe. Einer, der aber auch geheim bleiben sollte.
Ich mache heute dennoch eine Ausnahme: Ich persönlich bevorzuge die neutrale Variante: „Süße“ (Platz 4). Und Sie?
Song zum Text: Lucilectric – Hey Süßer
Ey Süsser, draussen is' schon richtig hell
'N Kaffee, die Sonne is' so grell
Noch 'ne Stunde Zeit, um sich auszuruh'n
Meinst Du wirklich, es ist nötig, sich das anzutun
Dass man sich 'n Morgen, der so schön begonnen hat
Durch Aufsteh'n und Arbeit zur Hölle macht
Meinst du nicht, es wäre schön
Einfach gar nicht rauszugeh'n
Oh Süsser bleib einfach hier
Wenn die anderen zur Arbeit geh'n
Geh' ich ins Bett mit dir
Lass die andern doch studiern
Wie sie das grosse Geld kassieren
Lass den Rest der Welt beschäftigt sein
Ich schlafe mit dir ein
95 Grad - 23. Apr, 10:24
- 1 Zusatz

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