Selbstbetrug funktioniert
Das Frühjahr kommt - und mit ihm der Diätwahnsinn. Zeitschriften veröffentlichen 117 noch nie geschriebene Tipps für Kohlsuppen-, Obst- und Brot-Diäten, die Weight Watchers besetzen wieder Mehrzweckhallen und die Schönheitschirurgen stochern rund um die Uhr im narkotisierten Fettgewebe.
Das Übliche halt.
Nun gibt es allerdings auch Diäter, die versuchen es mit Selbstbetrug. Sie packen kleinere Portionen auf noch kleinere Teller und suggerieren ihrer Esslust so, viel und sich selbst bald satt gegessen zu haben. Gut so! Der Selbstbetrug funktioniert, sagen die Wissenschaftler Brian Wansink, James Painter und Jill North*, die dazu einen Versuch gemacht haben: Mehrere Probanden wurden gebeten, ihre Lieblingsfarbe zu wählen. Anschließend wurden sie zum Suppenessen eingeladen und bekamen eine Terrine in genau ihrer Lieblingsfarbe. Das war freilich bloß Ablenkung - in Wahrheit ging es den Forschern um die Frage, wer mehr ist: Die Hälfte der Teller war so präpariert, dass sie sich selbst nachfüllte, die andere Hälfte wurde durch Servicekräfte sichtbar aufgefüllt. Der Versuch ging über rund 20 Minuten - bis die Probanden satt waren. Tatsächlich aßen die Probanden aus den Selbstfüllern 73 Prozent mehr Suppe. Und sie fühlten sich hinterher noch nicht einmal voller als ihre Kollegen. Ebenso merkten sie nicht, dass sie signiffikant mehr gegessen hatten. Kurzum: Es gab keinen Unterschied zwischen beiden Gruppen - nur den, dass einige deutlich mehr zulangten.
Der Schluss daraus: Menschen essen so viel wie es ihnen soziale Normen erlauben. Sobald wir den Eindruck haben, uns voll zu stopfen, bremsen wir uns (wie die Probanden, die dauernd nachgeschenkt bekamen). Wer also abnehmen will, kauft besser kleine Teller, meidet Restaurants mit "free refill" und isst in kritischer Gesellschaft. Achso, die schlechte Nachricht dabei für Flirter: Jungs, es bringt überhaupt nichts ihr ständig Wein nachzuschenken, um sie betrunken zu machen! Deswegen trinkt sie noch lange nicht mehr...
* Wansink, B., Painter, J.E., & North, J. (2005). Bottomless bowls: Why visual cues of portion size may influence intake. Obesity Research 13(1), 93-100
Das Übliche halt.
Nun gibt es allerdings auch Diäter, die versuchen es mit Selbstbetrug. Sie packen kleinere Portionen auf noch kleinere Teller und suggerieren ihrer Esslust so, viel und sich selbst bald satt gegessen zu haben. Gut so! Der Selbstbetrug funktioniert, sagen die Wissenschaftler Brian Wansink, James Painter und Jill North*, die dazu einen Versuch gemacht haben: Mehrere Probanden wurden gebeten, ihre Lieblingsfarbe zu wählen. Anschließend wurden sie zum Suppenessen eingeladen und bekamen eine Terrine in genau ihrer Lieblingsfarbe. Das war freilich bloß Ablenkung - in Wahrheit ging es den Forschern um die Frage, wer mehr ist: Die Hälfte der Teller war so präpariert, dass sie sich selbst nachfüllte, die andere Hälfte wurde durch Servicekräfte sichtbar aufgefüllt. Der Versuch ging über rund 20 Minuten - bis die Probanden satt waren. Tatsächlich aßen die Probanden aus den Selbstfüllern 73 Prozent mehr Suppe. Und sie fühlten sich hinterher noch nicht einmal voller als ihre Kollegen. Ebenso merkten sie nicht, dass sie signiffikant mehr gegessen hatten. Kurzum: Es gab keinen Unterschied zwischen beiden Gruppen - nur den, dass einige deutlich mehr zulangten.
Der Schluss daraus: Menschen essen so viel wie es ihnen soziale Normen erlauben. Sobald wir den Eindruck haben, uns voll zu stopfen, bremsen wir uns (wie die Probanden, die dauernd nachgeschenkt bekamen). Wer also abnehmen will, kauft besser kleine Teller, meidet Restaurants mit "free refill" und isst in kritischer Gesellschaft. Achso, die schlechte Nachricht dabei für Flirter: Jungs, es bringt überhaupt nichts ihr ständig Wein nachzuschenken, um sie betrunken zu machen! Deswegen trinkt sie noch lange nicht mehr...
* Wansink, B., Painter, J.E., & North, J. (2005). Bottomless bowls: Why visual cues of portion size may influence intake. Obesity Research 13(1), 93-100
Vorbehandeln - 19. Apr, 15:38

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