Einfach Galaktisch

Schon witzig, was Wolfgang Hars in seinem gerade erschienenen Lexikon des verrückten Weltalls zusammengetragen hat: Neben zahlreichen wissenswerten und unnützen (aber amüsanten) Fakten über den Weltraum, die bemannte Raumfahrt, die Arecibo-Botschaft, Flops und Mythen, stehen dort auch lustige Geschichten oder Verschwörungstheorien über angebliche Alien-Entführungen sowie vermeintliche UFO-Abstürze und -Sichtungen. Besonders gut aber gefällt mir immer wieder die Geschichte des ehemaligen Würstchenverkäufers George Adamski. Adamski schrieb in den Fünfziger Jahren zunächst UFO-Romane, die so schlecht waren, dass sie kein Verlag drucken wollte. Deshalb gab er seinen literarischen Durchfall irgendwann als Tatsachenberichte aus und schilderte etwa in dem Reisebericht Pioneers of Space: Trip to the Moon, Mars and Venus eindrucksvoll, wie er von Außerirdischen entführt, auf deren Heimatplaneten verschleppt wurde und natürlich mehrfachen Geschlechtsverkehr mit bildschönen Venusianerinnen hatte. Zum Beweis legte Adamski ein heimlich geschossenes UFO-Foto vor. Auf dieser reichlich unscharfen Abbildung war so etwas wie ein unbekanntes Flugobjekt umgeben von gleißendem Licht zu erkennen. Tatsächlich handelte es sich dabei lediglich um eine gewöhnliche Küchenlampe, wie sie bis dato hunderte Amerikaner in ihren Haushalten hatten. Von unten fotografiert wurden die drei Glühbirnen zum galaktischen Antrieb, der Aufhängehaken zur beleuchteten Einstiegsluke für die Ufonauten. Das Beste aber kommt noch: Die Presse nahm ihm die Räuberpistole ab, der Schnappschuss ging um die Welt, sein Buch wurde ein Bestseller und Adamski Millionär. Sein Ruhm reichte sogar so weit, dass er von europäischen Königshäusern empfangen wurde. Als er 1965 als reicher Mann starb, wurde er auf dem amerikanischen Nationalfriedhof beigesetzt - dort gehört nun auch John F. Kennedy zu seiner Nachbarschaft. Nicht schlecht für einen findigen Würstchenverkäufer mit Astrosex!

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