Warum verlieben wir uns?
„Warum muss eine Frau eher schön sein als intelligent?“
„Weil Männer besser sehen als denken können.“
Das ist ein abgedroschener Witz. Aber die Beobachtung enthält ein Körnchen Wahrheit. Körperliche Symmetrie kann romantische Liebe auslösen. Als Forscher mit dem Computer viele Gesichter zu einem „durchschnittlichen“ Einheitsgesicht mischten, gefiel sowohl Männern als auch Frauen das Durchschnittsgesicht mehr als eines der einzelnen Gesichter. Schon zwei Monate alte Babys schauen sich ebenmäßigere Gesichter länger an. Wissenschaftler haben heraus gefunden: Besonders ebenmäßig wirkende Männer erlangen Vorrechte bei der Fortpflanzung. Ihr Sexualleben beginnt rund vier Jahre vor dem von Gleichaltrigen, die asymmetrisch wirken; sie haben mehr Sexualpartnerinnen und auch mehr Seitensprünge während der Ehe. Zudem haben Frauen mit ebenmäßig aussehenden Männern mehr Orgasmen, auch wenn die Beziehung für sie gefühlsmäßig unbefriedigend ist. Wenn eine Frau Orgasmen mit einem gut proportionierten Mann hat, nimmt sie mit den Kontraktionen während des Orgasmus sogar mehr von seinem Sperma auf. Der vermutete Grund: Das Hirn einer Frau, die ihren ebenmäßig aussehenden Liebhaber anschaut, produziert mehr Dopamin, das wiederum in einer Reihe von Wechselwirkungen die Testosteronbildung anregt und so die sexuelle Reaktion verbessert.
Da Symmetrie die eigenen Wahlmöglichkeiten im Paarungsspiel verbessert, tun Frauen außerordentlich viel dafür, sie zu erreichen oder zumindest den Anschein der Ebenmäßigkeit zu erwecken. Mit Puder machen sie die beiden Gesichtshälften gleichmäßiger. Mit Mascara und Eyeliner lassen sie ihre Augen einander ähnlicher erscheinen. Mit Lippenstift vergrößern sie die eine Lippe so, dass sie zu der anderen passt. Und mit Schönheitschirurgie, Gymnastik und Sport, Gürteln, Büstenhaltern und engen Jeans und Blusen formen sie ihre körperliche Gestalt, um die von Männern bevorzugten symmetrischen Proportionen zu schaffen.
Und das wirkt. In wissenschaftlichen Studien zeigten Männer in den Hirnregionen, die mit der visuellen Verarbeitung verbunden sind, meistens mehr Aktivität als Frauen. Die Gehirntätigkeit könnte erklären, warum sich Männer im Allgemeinen schneller verlieben als Frauen. Wenn der Zeitpunkt stimmt und ein Mann eine attraktive Frau sieht, ist er anatomisch in der Lage, attraktive visuelle Merkmale schnell mit Empfindungen leidenschaftlicher Liebe in Verbindung zu bringen. Diese männliche Reaktion kann auch erklären, warum Frauen ihr persönliches Erscheinungsbild als wichtiges Element ihrer Selbstachtung betrachten und warum Frauen sich so außerordentlich viel Mühe geben, visuell für ihre Vorteile zu werben.
Frauen nutzen die Vorliebe von Männern für – und ihre Hirnreaktion auf – visuelle Reize gnadenlos aus. Psychologen berichten, dass Männer Frauen gerne bei der Lösung ihrer Probleme helfen wollen. Männer fühlen sich männlich, wenn sie ein weibliches Wesen in Not retten. Zweifellos haben Millionen Jahre des Schutzes und der Fürsorge für Frauen dem männlichen Gehirn diese Tendenz eingeprägt, sich Frauen zu wählen, die ihrer Meinung nach gerettet werden müssen. Tatsächlich ist das männliche Gehirn gut zur Unterstützung von Frauen eingerichtet. Männer sind im Durchschnitt in allen Arten von mechanischen und räumlich bezogenen Aufgaben besser bewandert als Frauen. Männer sind Problemlöser. Und viele der besonderen Fähigkeiten von Männern werden im Mutterleib durch hohe Testosteronwerte des Fötus gebildet. Vielleicht haben Männer diese biologische Maschinerie zumindest teilweise zu dem Zweck entwickelt, für Frauen attraktiv zu sein, sie zu unterstützen und zu retten.
In einer Untersuchung von achthundert Kleinanzeigen, die in Zeitungen und Zeitschriften aufgegeben wurden, suchten amerikanische Frauen zweimal so häufig wie Männer Partner, die ihnen finanzielle Sicherheit boten. Viele Ärztinnen, Rechtsanwältinnen und sehr wohlhabende Frauen sind an Männern mit noch mehr Geld und Status als sie selbst interessiert. Frauen überall in der Welt fühlen sich mehr zu Partnern mit Bildung, Ehrgeiz, Reichtum, Status und Position hingezogen – der Art von Eigenschaften, die ihre prähistorischen Vorfahren bei einem Partner für die Kinderaufzucht brauchten. Wissenschaftler brachten das so auf den Punkt: Männer suchen Sexualobjekte und Frauen suchen Erfolgsobjekte.
Kein Wunder, dass die Selbstachtung eines Mannes enger mit seinem allgemeinen Status verknüpft ist. Kein Wunder, dass Männer mit größerer Wahrscheinlichkeit ihre Gesundheit, Sicherheit und Freizeit aufs Spiel setzen, um einen hohen Rang zu erreichen. Männer wissen intuitiv, dass sie furchtlos, stark wie geschmiedetes Eisen, kraftvoll wie die glühende Sonne erscheinen müssen, um für jugendliche, gesunde, energiegeladene Frauen attraktiv zu sein.
„Weil Männer besser sehen als denken können.“
Das ist ein abgedroschener Witz. Aber die Beobachtung enthält ein Körnchen Wahrheit. Körperliche Symmetrie kann romantische Liebe auslösen. Als Forscher mit dem Computer viele Gesichter zu einem „durchschnittlichen“ Einheitsgesicht mischten, gefiel sowohl Männern als auch Frauen das Durchschnittsgesicht mehr als eines der einzelnen Gesichter. Schon zwei Monate alte Babys schauen sich ebenmäßigere Gesichter länger an. Wissenschaftler haben heraus gefunden: Besonders ebenmäßig wirkende Männer erlangen Vorrechte bei der Fortpflanzung. Ihr Sexualleben beginnt rund vier Jahre vor dem von Gleichaltrigen, die asymmetrisch wirken; sie haben mehr Sexualpartnerinnen und auch mehr Seitensprünge während der Ehe. Zudem haben Frauen mit ebenmäßig aussehenden Männern mehr Orgasmen, auch wenn die Beziehung für sie gefühlsmäßig unbefriedigend ist. Wenn eine Frau Orgasmen mit einem gut proportionierten Mann hat, nimmt sie mit den Kontraktionen während des Orgasmus sogar mehr von seinem Sperma auf. Der vermutete Grund: Das Hirn einer Frau, die ihren ebenmäßig aussehenden Liebhaber anschaut, produziert mehr Dopamin, das wiederum in einer Reihe von Wechselwirkungen die Testosteronbildung anregt und so die sexuelle Reaktion verbessert.
Da Symmetrie die eigenen Wahlmöglichkeiten im Paarungsspiel verbessert, tun Frauen außerordentlich viel dafür, sie zu erreichen oder zumindest den Anschein der Ebenmäßigkeit zu erwecken. Mit Puder machen sie die beiden Gesichtshälften gleichmäßiger. Mit Mascara und Eyeliner lassen sie ihre Augen einander ähnlicher erscheinen. Mit Lippenstift vergrößern sie die eine Lippe so, dass sie zu der anderen passt. Und mit Schönheitschirurgie, Gymnastik und Sport, Gürteln, Büstenhaltern und engen Jeans und Blusen formen sie ihre körperliche Gestalt, um die von Männern bevorzugten symmetrischen Proportionen zu schaffen.
Und das wirkt. In wissenschaftlichen Studien zeigten Männer in den Hirnregionen, die mit der visuellen Verarbeitung verbunden sind, meistens mehr Aktivität als Frauen. Die Gehirntätigkeit könnte erklären, warum sich Männer im Allgemeinen schneller verlieben als Frauen. Wenn der Zeitpunkt stimmt und ein Mann eine attraktive Frau sieht, ist er anatomisch in der Lage, attraktive visuelle Merkmale schnell mit Empfindungen leidenschaftlicher Liebe in Verbindung zu bringen. Diese männliche Reaktion kann auch erklären, warum Frauen ihr persönliches Erscheinungsbild als wichtiges Element ihrer Selbstachtung betrachten und warum Frauen sich so außerordentlich viel Mühe geben, visuell für ihre Vorteile zu werben.
Frauen nutzen die Vorliebe von Männern für – und ihre Hirnreaktion auf – visuelle Reize gnadenlos aus. Psychologen berichten, dass Männer Frauen gerne bei der Lösung ihrer Probleme helfen wollen. Männer fühlen sich männlich, wenn sie ein weibliches Wesen in Not retten. Zweifellos haben Millionen Jahre des Schutzes und der Fürsorge für Frauen dem männlichen Gehirn diese Tendenz eingeprägt, sich Frauen zu wählen, die ihrer Meinung nach gerettet werden müssen. Tatsächlich ist das männliche Gehirn gut zur Unterstützung von Frauen eingerichtet. Männer sind im Durchschnitt in allen Arten von mechanischen und räumlich bezogenen Aufgaben besser bewandert als Frauen. Männer sind Problemlöser. Und viele der besonderen Fähigkeiten von Männern werden im Mutterleib durch hohe Testosteronwerte des Fötus gebildet. Vielleicht haben Männer diese biologische Maschinerie zumindest teilweise zu dem Zweck entwickelt, für Frauen attraktiv zu sein, sie zu unterstützen und zu retten.
In einer Untersuchung von achthundert Kleinanzeigen, die in Zeitungen und Zeitschriften aufgegeben wurden, suchten amerikanische Frauen zweimal so häufig wie Männer Partner, die ihnen finanzielle Sicherheit boten. Viele Ärztinnen, Rechtsanwältinnen und sehr wohlhabende Frauen sind an Männern mit noch mehr Geld und Status als sie selbst interessiert. Frauen überall in der Welt fühlen sich mehr zu Partnern mit Bildung, Ehrgeiz, Reichtum, Status und Position hingezogen – der Art von Eigenschaften, die ihre prähistorischen Vorfahren bei einem Partner für die Kinderaufzucht brauchten. Wissenschaftler brachten das so auf den Punkt: Männer suchen Sexualobjekte und Frauen suchen Erfolgsobjekte.
Kein Wunder, dass die Selbstachtung eines Mannes enger mit seinem allgemeinen Status verknüpft ist. Kein Wunder, dass Männer mit größerer Wahrscheinlichkeit ihre Gesundheit, Sicherheit und Freizeit aufs Spiel setzen, um einen hohen Rang zu erreichen. Männer wissen intuitiv, dass sie furchtlos, stark wie geschmiedetes Eisen, kraftvoll wie die glühende Sonne erscheinen müssen, um für jugendliche, gesunde, energiegeladene Frauen attraktiv zu sein.
[Aus: Helen Fisher: „Why we love – The Nature and Chemnisty of Romantic Love“,
Henry Holt and Company New York 2004]
Henry Holt and Company New York 2004]
Wolle - 9. Aug, 13:40

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